Zahnzwischenräume
Wie pflege ich meine Zahnzwischenräume richtig?

immer wieder hört man, dass es wichtig ist, seine Zahnzwischenräume zu reinigen. Stimmt das?

Vollkommen richtig. Denn wer nur eine Zahnbürste benutzt, erreicht gerade Mal 60 bis 70 Prozent seiner Zahnoberfläche – über ein Drittel des Zahns wird also überhaupt nicht gereinigt! Außerdem sind die Zahnzwischenräume nur schwer zugänglich und bieten damit das perfekte Versteck für Bakterien. Normalerweise hat unsere Mundhöhle eine selbstreinigende Wirkung – in diesem Fall wirkt sie aber nur äußerst begrenzt.

Was passiert, wenn ich mich nicht regelmäßig um meine Zahnzwischenräume kümmere?

Bakterien sammeln sich in den Zwischenräumen an und bilden zusammen mit Speichelbestandteilen und Nahrungsresten Zahnbelag, auch Plaque genannt. Bei der Entwicklung von Zahnbelag entsteht ein Biofilm, der einen guten Schutz für Bakterien bietet. Die Folge: Sie können sich darin ungestört vermehren und Säuren bilden. Das ist die Ursache für die beiden häufigsten Zahnkrankheiten – Karies und Paradontitis.

Wie häufig sollte man die Zahnzwischenräume reinigen?

Auch wenn es zeitaufwendig und mühsam ist – eine regelmäßige Reinigung ist wichtig! Ich empfehle, sie jeden Abend zu säubern, damit sich über Nacht die Zahnbeläge nicht verfestigen. Noch besser wäre zweimal pro Tag. Die Reinigung sollte vor dem Zähneputzen stattfinden, damit Biofilm, den man durch die Reinigung löst, von der Bewegung der Zahnbürste und der Flüssigkeit im Mund abtransportiert werden kann.

Wie reinige ich die Zahnzwischenräume denn überhaupt richtig - gibt es eine bestimmte Taktik?

Die Größe der Zwischenräume variiert stark, selbst innerhalb eines Gebisses. Das liegt an den benachbarten Zähnen und dem Kieferknochen, der sich im Laufe des Lebens langsam zurück bildet. Deswegen ist die Zahnzwischenraumreinigung vor allem für Erwachsene wichtig.

Interdentalbürsten haben den Ruf, besser geeignet zu sein für die Zahnzwischenraumreinigung - ist das richtig?

Studien haben gezeigt, dass Interdentalbürsten im Gegensatz zur Zahnseide eine höhere Reinigungsleistung haben und den Biofilm im Zahnzwischenraum besser entfernen. Sie sind aber nicht für jeden was. Vor allem Jugendliche und Kinder haben oft noch zu enge Zahnzwischenräume und sollten daher besser auf Zahnseide zurückgreifen. Als Faustregel gilt also: Wo Interdentalbürsten passen, sollte man diese benutzen, aber niemals mit Kraft anwenden. Sonst riskiert man, das Zahnfleisch zu verletzen.

Der Drogeriemarkt bietet eine Hülle und Fülle an Produkten - wozu sollte ich für saubere Zahnzwischenräume greifen?

Häufig sind Patienten durch die große Auswahl überfordert und wissen nicht, welche Produkte wirklich sinnvoll sind. Je nach Größe der Zwischenräume benötigt man oft jedoch sowieso unterschiedliche Hilfsmittel. Mit Zahnseide erreicht man enge Zwischenräume leichter, Interdentalbürsten säubern aber gründlicher. Ich empfehle Interdentalbürsten aus gewindetem Draht - sie reinigen besser und sind effektiver als die Variante aus Kunststoff. Auch bei Zahnseide gibt es Unterschiede: entweder am Stück oder als sogenannte „Zahnseide-Sticks“. Die Sticks sind vorgespannt und einfach in der Handhabung. Der Nachteil: Es wird immer das gleiche Stück der Zahnseide genutzt. Eine weitere Möglichkeit sind außerdem Mundduschen. Hier reinigt ein Wasserstrahl die Zähne. Sie sind einfach zu bedienen, kosten jedoch meist viel und reinigen nur oberflächlich. Daher sind sie nur bedingt eine Alternative. Mein Tipp: Für eine gute Rundumpflege sollte man Zahnzwischenraumbürsten oder Zahnseide verwenden.

Wenn ich eine Interdentalbürste benutze, tut mir die Anwendung häufig weh, es dauert lang und das Zahnfleisch blutet - soll ich trotzdem weitermachen?

Ja, unbedingt! Viele Patienten denken, dass das Bluten durch das Putzen der Zahnzwischenräume ausgelöst wird. Das Gegenteil ist der Fall: Zahnfleischbluten ist das erste Anzeichen einer entzündlichen Reaktion – durch das Putzen kann man diese beheben. Werden die Zahnzwischenräume regelmäßig gereinigt, wird einer Entzündung vorgebeugt und sie bluten nicht mehr. Auch die falsche Anwendung verursacht Schmerzen – sind die Zwischenräume zu eng, biegt sich der Draht oder man stochert damit im Zahnfleisch herum.

Sie sind nicht nur Zahnarzt, sondern haben auch die WINGBRUSH entwickelt - eine Interdentalbürste, die eine Alternative zu herkömmlichen Bürstchen bildet. Wo liegen die Vorteile?

In der Praxis höre ich häufig, dass Patienten Probleme haben Zahnzwischenraumbürsten zu benutzen. Dort setzt unsere WINGBRUSH an. Mit einem weichen Fühler findet sie schonend die Lücke zwischen den Zähnen. Drückt man sie zusammen, gleitet die Bürste in den Zwischenraum und reinigt ihn. Innerhalb des Fühlers ist die Bürste geführt, knickt seltener um und kann auch länger genutzt werden. Wildes Stochern oder Verletzungen am Zahnfleisch auf der Suche nach der Lücke sind damit also vorbei.
Alle Texte wurden in Zusammenarbeit mit Medipresse.de erstellt.