Zahnpasta
Welche Zahnpasta ist am gesündesten für meine Zähne?

Der Handel bietet Zahnpasten verschiedenster Art an. Ist es egal, zu welcher ich greife?

Die Zahnpasta-Auswahl im Handel ist riesig, das stimmt. Sie unterscheiden sich in Geschmacksrichtung, Farbe und Inhaltsstoffen. Grundsätzlich lassen sie sich aber in drei Typen unterteilen. Neben Universal-Zahnpasta gibt es auch sensitive Zahnpasta für empfindliche Zähne und aufhellende Zahnpasta für ein weißeres Lächeln. Hier findet sicherlich jeder die passende Zahncreme für sich.

Gibt es Unterschiede zwischen Markenprodukten und No-Name-Herstellern?

Nein. Nicht der Preis macht eine Zahnpasta zu einer guten Zahnpasta. Das hat auch Öko-Test im Jahr 2017 bestätigt. Damals haben sowohl Markenprodukte als auch Eigenmarken von Discountern mit „sehr gut“ abgeschnitten.

Zahnpasten werben mit einer Vielzahl an wichtigen Inhaltsstoffen - welche sind bei der Wahl der Zahnpasta entscheidend?

Auf jeden Fall muss genügend Fluorid enthalten sein. Es ist einer der Schlüsselfaktoren zur Bekämpfung von Karies – vom Kleinkind bis zum Erwachsenen. Neueste Leitlinien haben sogar die empfohlene Fluoridkonzentration in Kinderzahnpasten erhöht – von 500 auf 1000 ppm. Das steht für „parts per million“ und ist die Maßeinheit für den Anteil an Fluorid in der Paste. 1000 ppm sind ein Milligramm pro Gramm Zahnpasta. Der Wert ist auch auf jeder handelsüblichen Packung angegeben. Über die Vor- oder Nachteile anderer Inhaltsstoffe, z.B. Vitamin B12 oder Zink, gibt es bisher noch nicht genügend Belege.

Gibt es kritische Inhaltsstoffe in Zahnpasten? Und wenn ja, welche?

Die Dosis macht’s. Zu viel Fluorid kann nämlich über einen langen Zeitraum hinweg eingenommen zu einer Fluoridvergiftung führen. Sie löst Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall aus. Das passiert, wenn viel Zahnpasta geschluckt wird, wie es bei Kindern öfter mal vorkommt. Aber keine Panik: Solange darauf geachtet wird, dass nicht zu viel Zahnpasta auf die Zahnbürste aufgetragen wird, ist die Verwendung unbedenklich. Eine etwa erbsengroße Portion ist empfehlenswert. Außerdem ist bekannt, dass es im Zusammenhang mit Natriumlaurylsulfat häufig zu Allergien kommt. Es sorgt dafür, dass die Zahnpasta schäumt.

Viele neigen zu Zahnfleischproblemen. Welche Paste sollte ich wählen, wenn ich besonders empfindliches Zahnfleisch habe?

Probleme mit dem Zahnfleisch äußern sich oft durch Zahnfleischbluten und sind die Vorstufe von Paradontitis. In der Regel sind Bakterien die Übeltäter. Es gibt zwar keine spezielle Zahnpasta, die man in einem solchen Fall nutzen kann, dafür empfehle ich aber eine chemomechanische Reinigung. Das klingt aufregender, als es ist: Die Zähne werden mithilfe von Zahnbürste und Zahnpasta gereinigt, für saubere Zahnzwischenräume werden Interdentalbürsten und Zahnseide verwendet. Abschließend verwendet man eine Mundspüllösung.

Und wie sieht es bei empfindlichen Zähnen aus?

Im Gegensatz zum Zahnfleisch können hier spezielle Zahnpasten tatsächlich helfen. Auch da gilt wieder: Auf einen hohen Fluoridgehalt achten. Zwei häufige Gründe für schmerzempfindliche Zähne sind nämlich der Zahnschmelzabbau und Zahnfleischrückgang. Das legt den Hauptbestandteil des Zahns, das Dentin (Zahnbein), frei. Es ist mit den Zahnnerven verbunden, die durch Kälte oder Zucker gereizt werden können. Fluorid kann die Verbindung zu den Zahnnerven wieder schließen und die Schmerzempfindlichkeit lindern.

Wie wirksam sind Weißmacher-Pasten? Empfehlen Sie diese zur alltäglichen Zahnreinigung?

Das kommt ganz darauf an. Wenn man viel Kaffee, Tee oder Wein trinkt, können innere und äußere Verfärbungen an den Zähnen entstehen. Bei einer inneren Verfärbung lagern sich Farbpigmente aus der Flüssigkeit im Zahn ein. Dagegen kann eine Zahnpasta nichts ausrichten. Helfen können Bleichbehandlungen beim Zahnarzt. Eine mögliche Ursache für Verfärbungen sind außerdem Beläge, weshalb auch regelmäßige Zahnreinigungen sinnvoll sind. Je nach Dicke und Stärke können Weißmacherzahnpasten aber etwas gegen äußere Verfärbungen ausrichten. Das liegt daran, dass diese Pasten Chemikalien enthalten, welche die Verfärbung angreifen. Außerdem haben sie einen höheren Abrieb, der denselben Effekt hat. Die Stärke des Abriebs erkennt man am RDA-Wert, der auf der Zahnpastatube angegeben ist. Ich empfehle, nicht dauerhaft und ausschließlich Pasten mit einem hohen Wert zu nutzen (ab 120), sondern zusätzlich auch eine mit einem mittleren (70-120). Sonst ist der Abrieb auf Dauer zu groß und die Zahnhartsubstanz wird zerstört. Das macht die Zähne schmerzempfindlich. Wer bereits freiliegende Zahnhälse hat oder unter empfindlichen Zähnen leidet, sollte auf Weißmacherpasten verzichten. Bei hartnäckigen Verfärbungen hilft es, mit seinem Zahnarzt über eine Lösung zu sprechen.

Kinder tun sich mit dem Zähne putzen manchmal schwer. Gibt es Zahnpasten, die für die Kleinen besonders empfehlenswert sind?

Ja, Pasten mit einem Fluorid-Anteil zwischen 500 und 1000ppm sind gut für Kinderzähne. Süße und fruchtig schmeckende Pasten machen das Zähne putzen attraktiver. Eltern sollten in jedem Fall darauf achten, dass die Kleinen beim Putzen nicht zu viel Zahnpasta schlucken. Denn Fluorid in zu hohen Dosen lässt weiße Flecken auf den Zähnen entstehen und kann sie brüchig machen.

Nachhaltigkeit ist mir auch beim Zähne putzen wichtig. Gibt es besonders nachhaltige Möglichkeiten? Wie gut ist die Pflegewirkung?

Wer sich möglichst nachhaltig die Zähne reinigen möchte, achtet darauf, dass die Zahnpasta keine chemischen Produkte wie Natriumlaurylsulfat oder PEG enthält. Als Alternative zur herkömmlichen Zahnpasta gibt es Zahnputz-Tabletten, die ohne Plastikverpackung auskommen. Diese eignen sich ebenfalls sehr gut zum Zähne putzen und sind mit oder ohne Fluorid erhältlich. Ich als Zahnarzt rate aber dazu, zu fluoridhaltigen Tabletten zu greifen – in der richtigen Dosierung überwiegen die Vorteile. Ich freue mich immer über nachhaltige, gut funktionierende Produkte – sie sind eine gute und sinnvolle Ergänzung.
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